Trotz Sieg noch überholt

Volleyball, Landesklasse Nord, Frauen: VC 97 Staßfurt II schlägt am letzten Spieltag den Magdeburger SV 90 II und muss sich am Ende mit Rang vier zufriedengeben. Niederlage gegen Staffelsieger Stendal.
(Quelle: Staßfurter Volksstimme vom 21.03.2025)

Sie steht wie keine Zweite für den Aufschwung im Frauen-Volleyball in Stendal: Kristina Hansel. Das belegen nicht nur die Fakten: Mannschaftsführerin, Trainerin bei den Frauen und Übungsleiterin im Nachwuchs. Vor allem sagen das die Mitspielerinnen über die zweifache Mutter. Nach dem Abschlussspieltag am Sonntag, bei dem die Rolandstädterinnen trotz bereits sicherer Meisterschaft beide Heimspiele gegen den Magdeburger SV 90 II und die Reserve des VC 97 Staßfurt souverän gewonnen haben, veröffentlichten die Volleyholics auf ihrem Instagram-Kanal ein Video, in dem sie sich bei Hansel und ihrem Ehemann Sven, der die Frauen bei Spielen coacht, bedanken.

Die Staßfurterinnen Valeria Keller (von links) und Nele Trautwein beim Versuch, den Angriff der Stendaler Volleyholics zu blocken. Foto: Stefan Rühling

Bevor die 37-Jährige mit ihrem Team in der ersten Landesklasse-Spielzeit den Siegerpokal entgegennahm, geriet der Sport aber mächtig in den Hintergrund. Keine 48 Stunden vor dem Spektakel in der Stendaler Sporthalle Haferbreite verteidigte Kristina Hansel ihre Masterarbeit – mit Bravour. Inmitten der Vorbereitung auf diesen Abschluss platzte dann in den vergangenen Wochen die Organisation des Abschlussspieltags hinein. Es ergaben sich völlig neue Aufgabenstellungen für Hansel, da der MDR einen Livestream plante. Zudem wurde in einer anderen Halle als gewöhnlich gespielt. Doch die Fäden hielt sie, auf und neben dem Spielfeld, am Sonntag gewohnt souverän in der Hand. Und auch auf dem Spielfeld ließen die Stendalerinnen nicht nach. Zum Auftakt gab es einen 3:0-Erfolg gegen den Magdeburger SV 90 II. Das junge Team aus der Landeshauptstadt hatte Mühe, mit den euphorisierten Gastgeberinnen mitzuhalten (25:9, 25:11, 25:13).

Im zweiten Spiel fuhren die Volleyholics gegen die Staßfurter Reserve ebenso einen ungefährdeten 3:0-Sieg (25:14, 25:12, 25:9) ein. Das war zum Abschluss nicht nur gut, sondern „sensationell“, so das Fazit von Kristina Hansel.

„Unser Ziel war es, einen Satz zu gewinnen. Wir wussten aber auch, dass das extrem schwer wird, weil wir auch in der Hinrunde relativ schlecht gegen sie gespielt haben“, sagte Staßfurts Emilia Lingott zur Partie. Unzufrieden war sie am Ende trotz des verpassten Satzgewinns aber nicht. „Ich war mit unserer Leistung zufrieden. Wir haben unfassbar viele Bälle hochgeholt und erkämpft beziehungsweise gerettet. Die Angriffe kamen gut, die Annahmen waren sauber. Das lief alles echt gut, aber natürlich haben die Stendaler viel Druck gemacht. Sie haben einfach mehr Erfahrung, technisch müssen wir uns nicht verstecken“, so Lingott.

Das Besondere an diesem Abschlussspieltag in Stendal war, dass alle Teams der Nord-Staffel dabei waren. Zudem hatte sich kurzfristig Silke Renk-Lange angekündigt. Die Präsidentin des Landessportbundes Sachsen-Anhalt hat die Spiele eröffnet und zeigte sich begeistert: „Erst am Freitag habe ich eine unverhoffte Einladung erhalten, hatte das vorher gar nicht auf dem Schirm. Ich liebe es, an der Basis zu sein, hinzusehen und hinzuhören, was dort gemacht wird und wie die Aktiven sich dabei fühlen. Die Atmosphäre war großartig. Es war toll zu sehen, wie Mädchen und junge Frauen leistungsbereit waren und gewinnen wollten. Das wird heute der jüngeren Generation häufig abgesprochen. Der Stendaler VV, Kristina Hansel und ihr Team haben das in so kurzer Zeit toll auf die Beine gestellt. Den Trainern aller Vereine gilt mein Dank, dass sie sich ehrenamtlich einbringen.“

Nur eine Partie ging am Abschlussspieltag über vier Sätze: Der VC 97 Staßfurt II hatte zwei Sätze gegen den MSV 90 II gewonnen (25:14, 25:15), als dieser plötzlich hellwach war und mit einem Gewinn des dritten Satzes überraschte (25:27). Im vierten Satz behielten die Staßfurterinnen aber letztlich die Oberhand. „Wir konnten durch viele Aufschlagserien und Angriffe punkten. Es hat eigentlich alles gepasst. Im Dritten Satz sind wir in ein kleines Tief geraten. Es ging dann irgendwie gar nichts mehr. Man hat auch am Anfang des vierten Satzes gemerkt, dass wir die Köpfe haben hängen lassen. Wir wollten aber auf keinen Fall auch noch den fünften Satz spielen, haben uns dann wieder herangekämpft und konnten mit 25:21 gewinnen“, fasste Emilia Lingott diese Partie zusammen.

VC 97 Staßfurt II: Schliwa, Nitsch, Keller, Schmelzer, Goldschmidt, Lohmann, Kühn, Funke, Lingott, Werner, Trautwein

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